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One-Click-Bewerbung: Job per Fingertipp

One-Click-Bewerbung: Job per Fingertipp

Das Foto auf den Lebenslauf pappen. Vorsicht vor hässlichen grauen Kleberändern und beim Pfriemeln der Papiere in die engen Klemmen der Bewerbungsmappe bloß keine Eselsohren machen! Die klassische Papierbewerbung – für Bewerber wahrlich ein mühsames Ritual. Für Personaler aber auch. Hat der Bewerber seinen Job erledigt, fängt der des Recruiters an. Alle Daten müssen manuell ins System eingegeben werden. Kein Wunder, dass Online- oder Formularbewerbungen inzwischen deutlich beliebter sind. Bald könnte es noch einfacher werden: Die One-Click Bewerbung steht in den Startlöchern.



Von Sonja Dietz


Der Dino unter den Bewerbungsverfahren, die Papierbewerbung, stirbt aus. Gingen vor drei Jahren noch 22,5 Prozent der Bewerbungen in diesem Format ein, waren es im vergangenen Jahr nur noch 13,6 Prozent. Der Rest verteilt sich auf die Formularbewerbung und E-Mail-Bewerbung. Die Zahlen der jährlichen Studie Recruiting Trends, die das Karriereportal Monster mit den Universitäten Frankfurt und Bamberg veröffentlicht, sprechen eine eindeutige Sprache:



Personalbeschaffung: Es bewegt sich was!
 
Schon jetzt ist abzusehen, dass noch mehr Bewegung in den Prozess der Personalbeschaffung einerseits und der Bewerbung andererseits kommen wird. Formular, E-Mail-Bewerbung und der rasante technische Fortschritt haben einen Prozess in Gang gesetzt, der nicht mehr aufzuhalten ist. Bewerber sollen es angesichts des fortschreitenden Fachkräftemangels so einfach wie möglich haben, sich zu bewerben. Daher stehen in den Personalabteilungen auch die klassischen Bestandteile der Bewerbung zur Debatte.

Das Anschreiben: Ein modernes Märchen

Das Anschreiben zum Beispiel. Müssen Bewerber wirklich stundenlang an einem Brief herumfeilen, der letztlich eher dem Märchen vom perfekten Bewerber gleicht und mit der Realität nicht so viel gemein hat? Reicht für den ersten Eindruck nicht ein ausführlicher Lebenslauf? Die Studienergebnisse legen dies jedenfalls nahe. Die Einschätzung der deutschen Top-1.000-Unternehmen bezüglich der aktuellen und zukünftigen
Bedeutung verschiedener Bewerbungsbestandteile offenbart einen abnehmenden Stellenwert des klassischen Anschreibens. Gleiches gilt für Bewerbungsfotos. Auch ein geradliniger und lückenloser Lebenslauf wird nach Ansicht der Studienteilnehmer in Zukunft weniger wichtig sein als heute:



Stattdessen gehen die antwortenden Firmen davon aus, dass persönliche Kontakte/Referenzen und Kurzprofile in Karrierenetzwerken (z. B. XING, LinkedIn) als Bestandteile einer Bewerbung zukünftig an Bedeutung gewinnen. In Punkto Lebenslauf liegt der Fokus in der Zukunft verstärkt auf einer kurzen und prägnanten Form. Kurzum: Die Bewerbung im Social Media Zeitalter wird schlanker sein als ihre Vorgänger und nicht mehr so viel Ballast mitbringen – Verzeihung Megabytes.

Kandidaten wollen die One-Click-Bewerbung

Und so wird auch der Ruf nach der One-Click Bewerbung zunehmend lauter. Immer mehr Bewerber hinterfragen inzwischen kritisch, warum sie ihr Profil manuell in das Online-Formular eines Arbeitgebers eingeben müssen, wenn doch alle relevanten Informationen in einem Netzwerk schon zur Verfügung stehen. Arbeitgeber sehen das inzwischen auch so. Einzig das Format bereitet aktuell noch Kopfzerbrechen. Ziel ist es, die Bewerbung mit einem oder wenigen Klicks an den potenziellen Arbeitgeber zu bringen. Es gibt schon erste Unternehmen, die das auf ihren mobiloptimierten Karriereseiten ermöglichen. Das XING- oder LinkedIn-Profil kann über diese Funktion über Smartphone oder Tablet an die Personalabteilung versendet werden. Alternativ ein Lebenslauf im PDF-Format aus der Dropbox.

Denn die Wirtschaft hat die Bedeutung erkannt, Kandidaten genau dort abzuholen, wo sie sich gerade bewegen  – und sei es in der U-Bahn. Künftig sollen fünf Minuten für einen Prozess reichen, der früher Stunden oder ganze Tage in Anspruch nahm. Zumindest, was die erste Kontaktaufnahme angeht. Der Bewerbungsprozess der Zukunft wird ein anderer sein, mehrstufiger. Die schnelle Bewerbung per Mausklick kann nur einen ersten Eindruck vom Bewerber liefern. Bei Interesse bittet der Arbeitgeber den Kandidaten im nächsten Schritt um weitere Informationen, die dieser entweder per Mail zur Verfügung stellt, oder zum Gespräch mitbringt.

Die Bewerbung muss mobiler werden

Seitdem das mobile Internet an Fahrt aufnimmt, ersetzen Smartphone und Tablet zunehmend den Laptop. Fast alle Anwendungen sind inzwischen mobilfähig: E-Mail, Anwendungsprogramme, Spiele - bald auch der Bewerbungsprozess. Um so lauter wird der Ruf nach einer mobilen Form der Bewerbung. Arbeitgeber stehen in Zugzwang: Wer entsprechende Lösungen nicht anbietet, verpasst Rekrutierungs-Chancen. Heute suchen sich Bewerber ihre Arbeitgeber aus, nicht mehr umgekehrt. Und wenn der eine Arbeitgeber es den Kandidaten erschwert, sich zu bewerben, rückt ein anderes Unternehmen in den Fokus.

Noch ist die One-Click-Bewerbung aber die Ausnahme! Experten sind sich aber einig, dass sich diese Entwicklung wohlmöglich schneller vollzieht, als sich Recruiter aktuell bewusst machen. Bis dahin müssen sich nicht nur Arbeitgeber umstellen, auch die Bewerber. Letzte sind angehalten, ihre Profile auf Xing und LinkdedIn zu aktualisieren. Schließlich soll sich der Arbeitgeber ein Bild von dem Bewerber machen können. Hier besteht allerdings noch großer Handlungsbedarf, berichten Unternehmen, die bereits auf die One-Click-Bewerbung setzen. Die Profile sind oft nicht aufschlussreich genug und enthalten zu wenige Informationen, so dass doch nochmal nachgefasst werden muss.

Gleichzeitig hat sich aber auch herausgestellt, dass die One-Click-Bewerbung insbesondere für Bewerber, die mehrere Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel haben, einen entscheidenden Vorteil birgt. Denn meistens sehen die standardisierten Eingabemasken der Bewerber Management Systeme nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung vor. Wer mehr vorweisen kann, muss in den entsprechenden Online-Formularen tricksen oder einige Karrierestationen auslassen. Bei der One-Click Bewerbung ist das anders. Die Profile in Karrierenetzwerken lassen einen vergleichsweise hohen Grad an Individualisierung zu. Obendrein lassen sich Dokumente wie CV, Referenzen, Arbeitsproben und dergleichen einbinden. Das scheidet bei Bewerbungsformularen größtenteils ebenfalls aus. Fazit: Machen beide Seiten ihre Hausaufgaben, dürfte die One-Click-Bewerbung eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber- und Arbeitnehmer sein. (Foto: Fotolia)

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