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Recruiting-Prozesse 4.0: Recruiting im Zeitalter der Digitalisierung

Recruiting-Prozesse 4.0: Recruiting im Zeitalter der Digitalisierung

Wie sehen modernste Recruiting-Prozesse im Zeitalter der Digitalisierung aus? Dr. Sascha Krause von Google blickt mit uns in die Zukunft und zeigt auf, wie sich das Recruiting im schon in wenigen Jahren verändern könnte. 

Text und Video: Sonja Dietz

Dr. Sascha Krause ist seit einer Dekade bei dem Internetgiganten Google tätig und verantwortlich für den Bereich Classifieds. Hier beschäftigt er sich seit etlichen Jahren mit Online-Recruiting, Jobbortalen und der Online-Jobsuche.

Bewerbung und das Recruiting der Zukunft: Wie sehen sie aus?

Der Experte ist sich sicher: Die Bewerbung und das Recruiting der Zukunft müssen einfacher und schneller von der Hand gehen, als es heutzutage der Fall ist. Seine ausführlichen Antworten auf unsere Fragen sehen Sie im folgenden Videointerview:

Soweit, so gut. Doch wie könnten die Bewerbung und Recruiting im Zeitalter der  Digitalisierung konkret aussehen? Dieser Frage gingen auch die Wissenschaftler der Universität Bamberg im Rahmen der Studie Recruiting Trends nach, die jährlich in Kooperation mit Monster erhoben wird. In der Ausgabe für 2017 konstatieren die Wissenschaftler, dass die One-Click-Bewerbung eine neue Form der Bewerbung und des Recruitings im Zeitalter der Digitalisierung  darstellen könnte.

Was ist das genau? Die One-Click-Bewerbung ermöglicht es Kandidaten, mit einem Mausklick das aktuelle Profil aus einem Karrierenetzwerk oder einer Lebenslaufdatenbank in die Datenbank des Wunscharbeitgebers zu importieren oder per E-Mail zu versenden. Das Wissenschaftlerteam rund um Studienleiter Professor Tim Weitzel kommt zu dem Schluss: "Daraus resultiert ein standardisiertes und beschleunigtes Bewerbungsverfahren."

Doch ist die Möglichkeit der One-Click Bewerbung bereits in der Realität angekommen oder handelt es sich um Zukunftsmusik? Auch darauf liefern die Recruiting Trends Antworten. Befragt wurden die Top 1.000 Unternehmen in Deutschland und ausgewählte Bewerber.

Die Einstellung zu dem neuen Recruiting-Verfahren ist gemischt. Betrachtet man die Antworten der Unternehmen, so zeigt sich, dass die meisten eine One-Click- Bewerbung noch nicht implementiert haben und dies auch nicht planen. "Knapp eines von zehn Unternehmen der Top-1.000-Unternehmen bietet momentan eine One-Click-Bewerbung an", heißt es in den Recruiting Trends 2017. "17,9 Prozent haben vor, dies in Zukunft zu tun, 72,6 Prozent der befragten Top-1.000-Unternehmen haben jedoch keine One-Click-Bewerbung implementiert und dies auch nicht für die Zukunft geplant."

Noch geringer fällt die Begeisterung gegenüber der One-Click-Bewerbung im Mittelstand aus. Die Wissenschaftler kommen in der Studie zu folgendem Ergebnis: "Hier bieten aktuell 2,6 Prozent der mittelständischen Unternehmen eine One-Click-Bewerbung an, 85,9 Prozent bieten keine an und haben dies auch zukünftig nicht vor. Gut eines von zehn der befragten mittelständischen Unternehmen hat vor, in Zukunft eine One-Click-Bewerbung anzubieten."

Kandidaten wollen effiziente Recruiting-Prozesse

Aus Sicht der Kandidaten stellt die One-Click-Bewerbung hingegen eine echte Bereicherung im Recruiting dar. Die Befragung der Kandidaten ergab, dass bereits 23,3 Prozent die One-Click-Bewerbung schon einmal genutzt haben, obwohl sie praktisch nicht angeboten wird. Das lässt auf eine hohe Akzeptanz der Talente gegenüber dem neuen Bewerbungsverfahren schließen.

Doch Unternehmen haben ihre Gründe, die One-Click-Bewerbung nicht anzubieten. Sie befürchten:

  • Eine reduzierte Individualität von Bewerbungen
  • Eine damit einhergehende erschwerte Bewerberselektion
  • Eine Bewerbungsflut unpassender Kandidaten

Auch ein großer Teil der Kandidaten teilt diese Bedenken. 71,3 Prozent der für die Recruiting Trends 2017 befragten Talente gehen davon aus, dass eine individualisierte Bewerbung erfolgsversprechender ist, als eine standardisierte Bewerbung. Und stattliche 55,4 Prozent sind der Meinung, dass durch die One-Click-Bewerbung eine individualisierte Bewerbung erschwert wird. Nur ein Fünftel der Kandidaten gibt jedoch an, dass sie sich durch die One-Click-Bewerbung vermehrt bei Unternehmen bewerben.

Die Studie kommt angesichts dieser Zahlen zu folgendem Schluss: "Somit scheint zumindest die Sorge mancher Arbeitgeber, dass mit dieser Bewerbungsform zu viele Bewerbungen eintreten, eher unberechtigt. Kandidaten überlegen sich anscheinend sehr gut, ob sie sich bewerben, egal über welchen Kanal."

Neue Recruiting-Prozesse: Ein Blick in die Zukunft 

Ob sich dieses Bild in der Zukunft verändern wird? Auch dem ging das Team von Professor Tim Weitzel nach. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich das Stimmungsbild schon bald wandeln könnte. Laut Studie gehen „für die Zukunft gehen (immerhin) 46,2 Prozent der befragten Top-1.000-Unternehmen davon aus“, dass die One-Click-Bewerbung im Zeitalter der Digitalisierung eine immer größere Bedeutung spielen könnte.

„Auf Kandidatenseite sieht ein Fünftel der Kandidaten die One-Click-Bewerbung als eine wichtige Möglichkeit der Bewerbung an und zieht diese einer individualisierten Bewerbung vor. Betrachtet man die Antworten der Kandidaten zur zukünftigen Entwicklung, so geben mit 33,4 Prozent etwas mehr Kandidaten an, dass ihrer Meinung nach die One-Click-Bewerbung in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.“ Vorläufges Fazit: Es bleibt also spannend im Recruiting.

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Die Studie "Recruiting Trends 2017" steht unter folgendem
Link zum kostenlosen Download bereit: http://arbeitgeber.monster.de/recruiting/studien.aspx

 

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