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Direktansprache von Kandidaten: Die (rechtlichen) Regeln

Direktansprache von Kandidaten: Die (rechtlichen) Regeln

Dem Active Sourcing, also der Direktansprache von Kandidaten, sind rechtliche Grenzen gesetzt, sagt Rechtsanwalt Florian Daniel. In einem Videointerview berichtet uns der Fachanwalt, wann diese erreicht sind. Derweil hat das Wissenschaftlerteam von der Uni Bamberg in der Studie Recruiting Trends untersucht, inwieweit Active Sourcing im Unternehmensalltag angekommen ist.

Text und Video: Sonja Dietz

Direktansprache von Kandidaten - was ist rechtlich erlaubt und was nicht?

Active Sourcing ist für viele Arbeitgeber ein zentrales Recruiting-Tool zur Nachwuchsgewinnung geworden . Doch datenschutzrechtlich ist vor allem die Direktansprache von Kandidaten im WWW über Social Media, Businessnetzwerke oder Spezialistenforen nicht unproblematisch. So einiges sollte beachtet werden. Was genau , hat uns der Berliner Multimediarechtler Florian Daniel im Videointerview erzählt:

Dass Aufklärung in punkto Active Sourcing aber nicht nur in juristischen Dimensionen Not tut, belegt derweil die Studie "Recruiting Trends 2017", die die Universität Bamberg jährlich mit Monster durchführt. An der Unternehmensbefragung beteiligten sich im Erhebungszeitraum 126 der 1.000 größten deutschen Unternehmen, 88 der 1.000 größten Unternehmen aus dem Mittelstand und 37 der 300 größten Unternehmen aus der IT-Branche.

Den Erhebungen zufolge ist die Direktansprache von Kandidaten im Recruiting ein zunehmend wichtigeres Thema. Immerhin bei 26,3 Prozent der offenen Stellen sprechen Top 1.000 Unternehmen potenzielle Kandidaten direkt an.

Kandidaten wollen lieber angesprochen werden, als selbst zu suchen

Aus Kandidatensicht ist das auch durchaus willkommen. Mehr "als die Hälfte (möchte) lieber von einem Unternehmen angesprochen werden (...), als sich selbst bewerben zu müssen. Der Anteil an Kandidaten, die lieber direkt angesprochen werden möchten, ist (damit) seit dem Jahr 2009 um 11,5 Prozentpunkte angestiegen. Ein Viertel der Kandidaten ist aktuell sogar bereit, für eine bessere Sichtbarkeit in Karrierenetzwerken oder Lebenslaufdatenbanken zu bezahlen, sodass Unternehmen sie besser identifizieren können“, konstatieren die Wissenschaftler aus Bamberg in den Recruiting Trends.

Auf diese an sich gute Nachricht folgt jedoch das große ABER: Denn zwei von zehn der Top-1.000-Unternehmen passen die direkte Ansprache von interessanten Kandidaten nur geringfügig an den identifizierten Kandidaten an. Im Mittelstand sind es sogar  18,8 Prozent der Unternehmen und in der IT-Branche 15,4 Prozent.

Individuelle Direktansprache wird immer wichtiger

Damit vergeben sich Unternehmen allerdings erhebliche Chancen im Recruiting. Denn bei Kandidaten kommt das nicht gut an. In den Recruiting Trends ist das schwarz auf weiß nachzulesen: Ein Drittel der Kandidaten bemängelt, dass solch standardisierte Kontaktanfragen „keinen persönlichen Bezug zur eigenen Person beinhalten“. Zwei von zehn Kandidaten empfinden das überspitzt gesagt sogar als Spam. Sie finden, dass sie "zu häufig in unpersönlicher Form von Unternehmen angesprochen werden". Und "27,9 Prozent der Kandidaten sind von nicht personalisierten Direktansprachen (regelrecht) genervt.“

Das muss nicht sein. Mit den folgenden Tipps fällt die Direktansprache von Kandidaten passgenau aus:

  1. Kontaktieren Sie vor der Direktansprache die Fachabteilung, für die gesucht wird und lassen Sie sich genau erläutern, welche Qualifikationen benötigt werden.
  2. Sprechen Sie den Kandidaten individuell an. Verwenden Sie bei der ersten Kontaktaufnahme per Mail auch nicht den "einen" Einstieg, der immer verwendet wird, sondern einen, der einzigartig ist. So heben Sie sich von der Masse ab.
  3. Stellen Sie Bezüge zwischen der Vakanz und den Fähigkeiten des Talents her: "Wir haben Ihr Profil gesehen und genau diese Skills interessieren uns, daher suchen wir genau SIE."
  4. Wahren Sie die Regeln der Etikette: Dazu gehört, nicht gleich mit einem "Du" ins Haus zu fallen und ein "Nein" des Talents zu akzeptieren.

Ausführlichere Tipps finden Sie in unserem Webinar "Die Nadel im Heuhaufen finden" mit Anna Priess und William Otero. Unsere Kollegen zeigen Ihnen in einer halben Stunde, wie Sie Ihre Nadel im Heuhaufen mit Active Sourcing finden. 

 

Sie wollen bei einem Workshop oder Seminar von MONSTER zum Thema dabei sein? Kein Problem. Wir bieten regelmäßig entsprechende Angebote an - bestimmt demnächst auch bei Ihnen vor Ort. Wir freuen uns auf Sie! Weiterführende Informationen finden Sie hier>>>