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Bewerben per App: Die schöne neue Welt des Mobile Recruiting

Bewerben per App: Die schöne neue Welt des Mobile Recruiting

Das Smartphone hat die Welt in vielen Bereichen auf den Kopf gestellt. Auch das Recruiting. Zum Beispiel ist Bewerben per App kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität. Für Recruiter bedeutet das, den Recruiting-Prozess neu zu begreifen.

Von Bastiaan Vercouteren

Mit seinem Mobiltelefon steckt heute jeder das Internet in die Tasche. Überall und zu jeder Zeit rufen wir Websites auf oder tätigen Einkäufe. Und: Wir bewerben uns auch neuerdings auf Stellen. All das geschieht in der Regel schnell. Denn wer zum Beispiel gerade in der U-Bahn sitzt, will auf dem kleinen Display keine langen Texte lesen oder schreiben müssen. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für das Recruiting. Denn Bewerbungen, die Recruiter über Mobilgeräte erhalten, sehen anders aus, als die, an die sie gewöhnt sind.

Mit einem Wisch durch die Stellenangebote

Was das konkret heißt, lässt sich am Beispiel der neuen App von Monster erklären. Hierüber können Benutzer auf eine sehr einfache Art und Weise Stellenangebote sichten. Die Auswahl der angezeigten Stellen orientiert sich an Interessen und Ortsangaben, die vom Kandidaten zunächst standardmäßig abgefragt werden. Danach optimiert ein lernender Algorithmus die Ergebnisse anhand des Suchverhaltens des Kandidaten stetig weiter.

Ist eine Vakanz nicht interessant? Dann genügt der Swipe nach links und das Angebot wird nicht mehr angezeigt. Interessiert sich ein Kandidat hingegen für eine Stelle, bewirbt er sich mit einem Swipe nach rechts auf die Vakanz. Mit nur einer Daumen- oder Fingerbewegung!

Alles, was Kandidaten tun müssen, um eine praxistaugliche Bewerbung abschicken zu können, ist, einen Lebenslauf in die Monster-App hochzuladen. Mit dem entsprechenden Swipe wird dieser automatisch an einen Arbeitgeber gesendet. Es geht aber auch ohne CV! Kandidaten, die keinen Lebenslauf hochgeladen haben und dennoch nach rechts swipen, bekunden damit ihr Interesse und übermitteln ihre Kontaktdaten. Der Recruiter bekommt dann die Kontaktinformationen ausgespielt und kann sich bei dem Talent melden.  

Bewerben per App: Worauf sich Recruiter einstellen müssen

Zugegeben: Recruiter müssen sich an dieses neue Bewerbungsverfahren per App wahrscheinlich erst gewöhnen. Wer sich den Prozess jedoch genau ansieht, wird schnell die damit verbundenen Vorteile erkennen. Hierfür müssen Personaler allerdings ihren traditionellen Blickwinkel verlassen.

Aus der traditionellen Sichtweise heraus erhalten Arbeitgeber über die App unvollständige Bewerbungsunterlagen. Doch das ist ein Denkfehler. Die mobile Bewerbung per App ist eher als eine Art Visitenkarte anzusehen, die übermittelt wird. Mehr Informationen bekämen Recruiter von einem potenziellen Kandidaten bei einem Networking-Event auch nicht zugesteckt. Enttäuscht sind sie dennoch nicht. Denn sie haben einen ersten Lead, dem sie nachgehen können.

Anders verhält es sich beim Bewerben per App auch nicht. Der Bewerber bekundet erstes Interesse an einer Vakanz, was schon einmal grundsätzlich positiv ist. Darüber hinaus hinterlässt er seine Online-Kontaktdaten, sodass der Recruiter jederzeit eine E-Mail zur ersten Kontaktanbahnung formulieren kann.

Größere Reichweite

Wer also akzeptiert, dass sich der Arbeitsmarkt inzwischen dahingehend gedreht hat, dass sich der Arbeitgeber beim Bewerber bewirbt und nicht mehr umgekehrt, wird schnell in den Genuss des wohl größten Vorteils mobiler Recruiting-Anwendungen kommen. Dieser liegt neben der Unkompliziertheit für den Bewerber vor allem in der steigenden Reichweite von Recruiting-Apps.

Dazu sollten sich Personaler bewusst machen, dass Smartphone-Benutzer im Schnitt bis zu 80 Mal am Tag zu ihrem Telefon greifen. Das hat auch Konsequenzen für die Jobsuche. Laut der jährlichen Studie „Recruiting Trends", die Monster gemeinsam mit der Universität Bamberg erhebt, hat die Suche nach Informationen über Unternehmen über mobile Endgeräte im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozentpunkte bzw. 1,1 Prozentpunkte zugenommen.

Für die Bewerbung auf offene Stellen nutzt der Großteil der Kandidaten zwar nach wie vor den Laptop. Doch bereits 13 Prozent bzw. 11,7 Prozent der Kandidaten zücken das Smartphone oder das Tablet, um ihre Bewerbungsunterlagen zu versenden.

Der direkte Vergleich zwischen der mobilen und der traditionellen Bewerbung zeigt, dass mit 46,9 Prozent fast die Hälfte der Kandidaten die mobile Bewerbung gegenüber der traditionellen bevorzugt. Dabei ist insbesondere die Akzeptanz von Recruiting-Apps hoch: Sechs von zehn Kandidaten finden es gut, wenn Unternehmen auf Apps für die mobile Bewerbung zurückgreifen. Es liegt also auf der Hand, dass das Thema Bewerben per App großes Potenzial birgt und sich Arbeitgeber diese Chance nicht entgehen lassen sollten.

Bewerben per App: Mehr relevante Bewerbungen

Allerdings fürchtet so mancher Recruiter , dass er infolge des vereinfachten Bewerbungsverfahrens mit einer Vielzahl an irrelevanten Bewerbungen überhäuft wird. Doch dieses Szenario wird ausbleiben, wenn jede Stellenanzeige so formuliert wird, dass sich nur die passenden Kandidaten angesprochen fühlen. Daher sollten Recruiter beim Schreiben ihrer Stellenanzeigen möglichst spezifisch den passenden Kandidaten beschreiben.  

Bewerben per App: Was Recruiter beachten sollten

Fazit: Wer das Recruitment über Mobilgeräte als Chance begreift, mit der er mehr Kandidaten ansprechen und den perfekten Bewerber einfacher finden kann, ist dem Wettbewerb im War for Talents einen entscheidenden Schritt voraus.

Dazu sollten Recruiter die folgenden Punkte im Hinterkopf behalten:

  • Machen Sie in Ihrer Stellenanzeige exakt klar, nach wem Sie suchen.
  • Erachten Sie jede Bewerbung – egal, wie unvollständig oder kurz sie sein mag – als ergiebigen Lead.

Je einfacher und positiver Recruiter den Bewerbungsprozess für Kandidaten gestalten, umso einfacher haben sie es, den passenden Kandidaten zu finden. Und darum geht es schließlich.

 

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