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Personalmarketing mit Social Media

Personalmarketing mit Social Media
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Eine Anzeige schalten und auf den passenden Bewerber warten - das allein reicht nicht mehr. Im Wettbewerb um gut ausgebildete Talente müssen Unternehmen heute noch mehr Profil zeigen. Das so genannte Mitmachweb oder Web 2.0 eröffnet neue Möglichkeiten in Sachen Rekrutierung und Personalmarketing. 

 


Dieses Fazit zog Gastredner Lutz Altmann, Geschäftsführer der humancaps consulting Ltd.,  bei der diesjährigen DGFP-Fachmesse in Wiesbaden. Eine Meinung, mit der er offenkundig nicht allein da steht. Seinen Vortrag "Social Media Personalmarketing" untermauerte er jedenfalls mit den Zitaten  hochrangiger HR-Experten, die sich einig waren: Wer das Potenzial des Web 2.0 unterschätzt, wird langfristig Probleme haben, sich erfolgreich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Neue Kommunikationswege

"Im Fokus steht die aktuelle Veränderung der Kommunikation weg von einer Einkanalkommunikation hin zur 'Many-to-many' Kommunikation", so etwa Sven Kollmenter Senior Referent Personalmarketing 2.0 bei der Deutschen Telekom.

Was aber heißt das genau? Was ist überhaupt das so genannte Web 2.0 und wie schaffen es Arbeitgeber in den entsprechenden Plattformen ihre Zielgruppe erfolgreich anzusprechen? Diesen Fragen ging Altmann in seinem Vortrag nach.

Was ist das Web 2.0?

Eine genaue Definition für Web 2.0 -  gar nicht so einfach. Denn die Plattformen des Mitmachweb sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und unterscheiden sich enorm in ihren Anwendungen und Möglichkeiten.

Ihnen allen gemein ist, dass sie ihren Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen - sei es in Form von Foren- oder Blogeinträgen, Videos oder  Bildern. Kurzum: Soziale Interaktion - in welcher Form auch immer - steht im Web 2.0 an erster Stelle. Daher "firmieren" die entsprechenden Plattformen auch unter dem Überbegriff "Social Media". Die bekanntesten und meist genutzten Vertreter dieser Gattung sind Xing, Facebook oder Twitter.

Auf das richtige Netzwerk kommt es an

Viele Unternehmen haben inzwischen das Potenzial dieser Anwendungen in punkto Rekrutierung und Personalmarketing erkannt und so genannte Unternehmensprofile eingerichtet: Seiten, auf denen sie beispielsweise auf offene Stellen, unternehmensinterne Nachrichten oder Veranstaltungen hinweisen.

Aber Vorsicht: Will sich ein Unternehmen im Web 2.0 positionieren,  reicht es nicht aus, eine entsprechende Seite auf einem x-beliebigen Netzwerk einzurichten und abzuwarten, bis die User von allein darauf aufmerksam werden.

Die Zielgruppe eruieren

"Am Anfang steht die Frage, über welche Plattform kommuniziere ich. Social Media bietet inzwischen ein riesiges Spektrum", so Lutz Altmann. "Zunächst muss ich also die wichtigsten Kanäle und Zielgruppen eruieren und die Frage klären: Wo ist meine Zielgruppe zuhause?" Damit aber noch nicht genug: Jede Plattform verfolgt unterschiedliche Kommunikationsansätze.

In einem Fach- oder Unternehmensblog oder so genannten Businessnetzwerken wie Xing oder LinkedIn sind Sprache und Anrede beispielsweise förmlich. Man siezt sich, beachtet die Rechtschreibregeln und verzichtet auf Symbole oder animierte Bildchen. Die Artikel sind in der Regel langfristig abrufbar.

Blogs und Businessnetzwerke

Angesprochen werden Vertreter anderer Unternehmen oder Experten auf einem speziellen Gebiet. Ziel ist der fachliche Austausch. "Diese Plattformen lassen sich aber auch hervorragend als zusätzliche 'active sourcing'-Kanäle einsetzen. Hier lassen sich per Stichwortsuche potenzielle Kandidaten finden und gezielt anschreiben", ergänzte Altmann.

Videotipp

Sie möchten mehr über "Personalmarketing in Social Media" erfahren?
Dann klicken Sie hier, um sich den Vortrag von Experte Lutz Altmann
in voller Länge abzurufen.




Ganz anders das Nutzungsverhalten auf Facebook oder Twitter. Hier geht es um Kommunikation in Echtzeit.  Unternehmen nutzen beide Kanäle vorrangig als Personalmarketing-Instrument. Per Live-Ticker werden die User über die Aktivitäten eines Unternehmens informiert.

Microblogging via Twitter

In Twitter haben die Nachrichten die ungefähre Länge einer SMS. In Facebook darf‘s auch was länger sein. Zudem bietet Facebook die Möglichkeit, Bilder oder Filme anzuhängen. Zielgruppe ist die Young Generation: Berufsstarter und Young Professionals. Aber auch Professionals aus dem digitalen Sektor sind dort zuhause.

Geht es darum, die Unternehmenskultur, Events, Gewinnspiele oder gerne auch lustige Ereignisse aus dem Büroalltag zu verkünden, sind diese Plattformen die richtige Adresse. Ziel ist es, das Interesse am Unternehmen zu wecken und potenzielle Bewerber "aufhorchen" zu lassen. Die Ansprache der Zielgruppe? Persönlich und direkt!

Das 'Du' ist ein Muss

"Eine persönliche Note ist gewünscht. Wir wollen in Facebook nicht nur den 'Kommunikationsplatz' der Zielgruppe nutzen, sondern auch die typische 'Kommunikationsart'. Dazu gehört das persönliche 'Du' wie auch schon mal ein typisches Chatsymbol wie ;-)", zitierte Lutz Altmann Bernd Schmitz, Leiter Hochschulmarketing für Bayer und ergänzte: "In diesen Plattformen kann und sollte man an sieben Tagen der Woche aktiv sein. Der Reiz liegt gerade daran, dass User einen Einblick über die Leute bekommen, die dem Unternehmen angehören. Da sind auch eingeschränkte Einblicke in Privates interessant."

Außerdem gilt: Authentizität ist  Trumpf. Also Finger weg von Unternehmensbildern in geschönten Kulissen oder Fotos, die statt der echten Angestellten Schauspieler mit Modellmaßen zeigen. Derartigen "Betrug" verzeiht die Young Generation nicht.

Schnelle Umsetzbarkeit, niedrige Kosten

Der entscheidende Vorteil derartiger Rekrutierungs- und Personalmarketingstrategien sei nicht von der Hand zu weisen, meinte Altmann und brachte damit neben der schnellen Umsetzbarkeit auch den niedrigen Kostenfaktor zur Sprache: Die meisten Netzwerke sind leicht zugänglich und kosten Unternehmen in der Regel nichts oder nicht viel. "Das, was man besonders einkalkulieren muss, ist Zeit! 30 bis 90 Minuten pro Tag können es bei einem Social Media Professional nach einer ersten Anlaufphase schon sein - auch an Wochenenden."

(Sonja Dietz, Juni 2010 / Bild: Pixelstudio, Fotolia.com)

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