1. Tipps
  2. Rekrutierung & Vergütung
  3. Personalmarketing
  4. Bei Digital Natives punkten

Bei Digital Natives punkten

Bei Digital Natives punkten
Digital Natives gewinnen

Kontakte in Social Media ordnenEine neue Generation drängt auf den Arbeitsmarkt: Die Digital Natives. Ihnen wird nachgesagt, sich bestens im Internet und den neuen Medien auszukennen, gut ausgebildet und multitaskingfähig zu sein. Doch wie können Unternehmen bei dieser Generation punkten?

 

 

Wer oder was sind Digital Natives?

Sie wurden nach 1980 geboren und kennen sich bestens aus mit Blogs, Facebook, Twitter, MSN, Skype, Youtube und Communities: Digital Natives, auch bekannt als Generation @ oder Generation Y. Damit bezeichnet man heute die unter 30-Jährigen, die mit Computer, dem Internet und Handys aufgewachsen sind. Andere Autoren bezeichnen sie als Net Generation, Generation @, Generation Y, meinen aber ebenfalls die nach 1980 geborenen, die sich im virtuellen Leben so sicher bewegen wie im echten Leben: Sie verfügen über unzählige Accounts, Profile und Persönlichkeiten bei Webseiten wie Amazon, Googleplus, Facebook, Ebay, Twitter, und unzähligen weiteren Plattformen.

Die meisten haben mindestens zwei Jahre im Internet verbracht


Dr. Urs Grasser, Dozent am Harvards Berkman Center meint, dass heutige Jugendliche im Alter von zwanzig Jahren im Schnitt 20.000 Stunden online verbracht haben. Das entspricht der Zeit, die ein professioneller Klavierspieler mit Üben verbringt oder einem Zeitraum von 2,3 Jahren durchgehender Internetnutzung.

Diese Generation drängt nun auf den Arbeitsmarkt. Sie ist bestens vernetzt und ausgebildet. Allein im Jahr 2011 drängen in Deutschland knapp eine halbe Million Schulabgänger in die Universitäten. Pädagogen fragen sich schon seit längerer Zeit, ob nicht auch die Lernmethoden den veränderten Gegebenheiten angepasst werden müssten.

Kommunikation in Echtzeit

Digital Natives kommunizieren miteinander weltweit auf den unterschiedlichsten Kanälen. Sie halten auf Facebook, StudiVz und in anderen sozialen Netzwerken Kontakt mit Freunden, Familie und Kollegen. Sie teilen ihre Meinung in Blogs, Foren und Communities mit, bewerten und empfehlen Produkte, Marken, Unternehmen, News und diskutieren darüber. Sie suchen online nach Arbeitgebern und haben genaue Vorstellungen davon, wie ihr zukünftiger Arbeitsplatz aussehen soll.

Die alten Medien, wie Zeitungen oder Zeitschriften aus Papier, sind den Digital Natives zu passiv, die alten Kommunikationskanäle zu eindimensional. Sie sind mit dem sogenannten User Generated Content aufgewachsen, d.h. sie sind daran gewöhnt selber Inhalte zu erschaffen, zu veröffentlichen und diese mit Freunden zu teilen, zu verteilen und zu kommentieren.

Wie können Unternehmen bei Digital Natives punkten?

Inzwischen betreiben viele Unternehmen eine Homepage, besitzen ein Facebook-, Xing- oder Twitter-Konto und zeigen so im Internet Präsenz. Doch nur wenige Firmen kommunizieren so, wie es die Generation der Digital Natives als natürlich ansieht: vernetzt, auf den unterschiedlichsten Plattformen und Kanälen, transparent und in ständigem Austausch. Der Zugriff auf Informationen aus erster Hand ist für die unter 30-Jährigen selbstverständlich. Man verlässt sich nicht mehr nur auf einen Ratgeber oder eine Quelle, sondern recherchiert und vergleicht das Angebot, auch Arbeitgeber werden bewertet. Unternehmen sollten diese Chance nutzen und den Austausch mit der Generation Internet wagen.

Flexibilität und Freiraum sind wichtiger als Geld


Für viele Mitglieder der Generation Internet gelten die alten Belohnungssysteme nicht mehr viel. Vielen ist Freiraum, Flexibilität und Verantwortung wichtiger als ein dreizehntes Monatsgehalt. Arbeit ohne Internetzugang? Für viele unvorstellbar. Sie sind es gewöhnt, mit Smartphone oder Computer online zu kommunizieren, 24 Stunden am Tag. Für viele Internetnutzer, die vor 1980 geborenen wurden, ist das unvorstellbar. Auch die Vorstellung von Privatsphäre und Datenschutz scheidet die Geister zwischen den Generationen. Digital Natives gehen deutlich offener mit persönlichen Daten und Informationen um, als es die älteren Generationen jemals freiwillig getan hätten. Mit Vertrauen in die neuen Mitarbeiter und dadurch, dass man ihnen Verantwortung zutraut, können Unternehmen bei dieser Generation punkten.

Kreativität zählt

Einige Unternehmen nutzen die Neugierde der Digital Natives und suchen mit Social Recruiting oder anderen, unkonventionellen Methoden nach neuen Mitarbeitern. Gerade in der Softwarebranche wird immer öfter über die Ausschreibung von offenen Community-Projekten oder Wettbewerben nach geeigneten Mitarbeitern gesucht. Man stellt einer Internetcommunity virtuelle Probleme, um schnell Experten und hochqualifizierte Mitarbeiter im Internet ausfindig zu machen.

Digital Natives sind Multitasker. Sie springen von einer Aufgabe zur nächsten, schreiben Emails, posten Neuigkeiten und Beiträge, lesen und recherchieren die verschiedensten Informationen. Eintöniger Routinearbeit können die Kinder der Achtziger, Neunziger und Zweitausenderjahre nicht viel abgewinnen. Der Wissensaustausch zwischen verschieden Fachgebieten, Abteilungen und auch Unternehmen ist für diese Generation selbstverständlich.

Wichtig: Schnell reagieren

Auf Grund ihres eigenen Kommunikationsverhaltens erwarten die Digital Natives auch von Unternehmen schnelle Antworten. Ganz gleich, ob es um Bewerbungen, Kundenanfragen oder Beschwerden geht: Digital Natives kommunizieren untereinander knapp, schnell und effizient. Auf jede Aktion folgt in den Welten des Web 2.0 oft via Smartphone oder Tablet-PC die unmittelbare Reaktion. Auf einen Beitrag in einem Netzwerk oder einer Onlinecommunity reagieren innerhalb weniger Sekunden User auf der ganzen Welt. Auch innerhalb eines Unternehmens erwarten die Digital Natives schnelle Kommunikationswege, flache Hierarchien, Diskussion und Austausch. Mit verkrusteten und unkommunikativen Strukturen kann diese Generation wenig anfangen.

( Max Koeppel, Januar 2012 / Bild: VanHart )


Das könnte Sie auch interessieren:

Fake-Accounts im Web 2.0
Manche Firmen hinterlegen in Business-Netzwerken Mitarbeiter-Profile, die es nicht gibt, um Bewerber auf sich aufmerksam zu machen. Strafbar ist das nicht, unseriös allemal. >>Artikel lesen


ZeitarbeitRekrutieren im World Wide Web
Der Run auf elektronische Medien bei der Rekrutierung ist groß. Ganz vorne an steht das World Wide Web. Doch wer den Internet-Kodex missachtet, bleibt ohne Erfolg. Expertentipps von Karriere-Beraterin Doris Brenner. >>Artikel lesen


befrsitete VerträgeFallstricke im Web 2.0
Social Media bietet viele Chancen für Unternehmen, aber Mitarbeiter können im Netz zur Gefahr werden, wenn sie nicht geschult werden. Soweit das Ergebnis der ersten Social-Media-Sicherheitskonferenz. >>Artikel lesen


AnstellungWeb 2.0: Die sechs größten Klischees
Über Auftritte von Unternehmen im Web 2.0 halten sich viele Thesen viel zu hartnäckig, finden die Social Media-Experten Lutz Altmann und Gero Hesse. >>Artikel lesen