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Nebenberuflich studieren: Auch der Arbeitgeber profitiert

Nebenberuflich studieren: Auch der Arbeitgeber profitiert

weiterbildung, fortbildung, lebenslanges lernen, studium, bachelor, master Einer Ihrer Mitarbeiter plant ein Studium neben dem Beruf? Das sollten Sie als Arbeitgeber fördern. Denn der zusätzliche Wissensgewinn zahlt sich auch für das Unternehmen aus. Jano Klempkow, kaufmännischer Leiter und Mitglied der Geschäftsführung bei WINGS, einem bundesweiten Fernstudienanbieter, über die Vorzüge eines berufsbegleitenden Studiums für Arbeitgeber.




Das Interview führte Sonja Dietz


Wie hoch ist die Quote der deutschen Erwerbstätigen, die nebenberuflich studieren?
Die Fernstudierendenquote der Berufstätigen in Deutschland betrug 2012 rund 0,3 Prozent.

Wie ist ein Studium parallel zum Job realisierbar? Sprich: Müssen Arbeitgeber Zugeständnisse machen?
Meiner Meinung nach müssen Arbeitgeber keine Zugeständnisse machen, um ihren Mitarbeitern ein Studium zu ermöglichen. Ob sich ein Studium neben dem Beruf realisieren lässt, steht und fällt hauptsächlich mit der Organisation und dem angebotenen Servicelevel. In jedem Fall sollte das Fernstudium berufsbegleitend ausgerichtet sein und damit dem Mitarbeiter einen hohen Grad an Individualität und Flexibilität geben.

An Präsenzuniversitäten sind Bachelor- und Masterstudiengänge als Vollzeitmodelle ausgelegt. Wie ist es möglich - parallel zum Job - in der gleichen Zeit, den gleichen Abschluss zu machen?
Ein nebenberufliches Studium ist von vornherein so ausgelegt, dass es sich neben dem Beruf realisieren lässt: Der Student erhält alle Infos an die Hand, muss sie nicht mühsam recherchieren. Es gibt einen geringen Anteil an Präsenzphasen, viele Studienprogramme werden auch online angeboten und sind somit rund um die Uhr abrufbar. So können Studierende Leerzeiten produktiv und hoch effizient für Ihr Studium nutzen. 

Und weiter?
Ein Fernstudium mit den Abschlüssen Diplom,  Bachelor oder Master oder eine akademische Weiterbildung ist parallel zu einer Vollzeitstelle zu absolvieren. 90 Prozent unserer Studenten machen das so. Im Schnitt ist mit einem Lernaufwand von 15 Stunden pro Woche zu rechnen. Wobei das Didaktikkonzept im Fall des berufsbegleitenden Fernstudiums ohne die für die Präsenzuniversitäten üblichen langen Semesterferien auskommt und auf einer kontinuierlichen  Wissensvermittlung basiert.

Muss der Arbeitgeber mit  Leistungsverlusten rechnen?
Absolut nicht, mittelfristig ist sogar mit einem Leistungsgewinn zu rechnen: Bei dem Studierenden kommt kontinuierlich neues Wissen hinzu, das sich durch die praxisorientierte Ausbildung eins zu eins im Beruf umsetzen lässt. Überdies findet durch den permanenten Austausch der Fernstudenten ein Wissenstransfer statt und die darüber hinaus neu entstandenen Netzwerke bieten auch für die Arbeitgeber  zahlreiche Potenziale.

Aber Hand aufs Herz: Ein bisschen anstrengend ist so ein Studium neben dem Beruf schon, oder?
Es ist durchaus so, dass die Studierenden nach ihrem Abschluss zunächst erleichtert sind. Dennoch entscheiden sich unserer Erfahrung nach viele Absolventen der Bachelor- bzw. Diplomstudiengänge im Nachhinein für ein weiterführendes Masterstudium.  Hauptsächlicher Motivator dabei ist der berufliche als auch persönliche Mehrwert des Erststudiums.

Inwiefern lohnt es sich für Arbeitgeber, den Angestellten entgegen zu kommen?
Nicht selten ist die Bachelor- oder Master-Thesis als praxisorientierte Arbeit innerhalb des Unternehmens ausgelegt. Das heißt, die Studenten verfassen einen Teil oder die ganze Ausarbeitung während der Arbeitszeit und das Unternehmen hat die einmalige Chance, einen bestimmten Sachverhalt unter streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten untersuchen zu lassen. Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Darüber hinaus ist die zuvor beschriebene Leistungsentwicklung des Arbeitnehmers auch für den Arbeitgeber eine mehr als lohnende Investition.

Was ist, wenn der Student stärker im Beruf gefordert ist oder einfach mal eine Pause braucht? Welche Modelle sind denkbar?
Das Studium kann jederzeit gestreckt und an die individuelle Situation des Studenten angepasst werden. Da gibt es verschiedene Modelle. Der Student hat die Möglichkeit, für ein oder mehrere Semester die Variante des Teilzeit-Studiums zu wählen und statt 15 Stunden rund 7,5 Stunden in der Woche zu studieren. Darüber hinaus bietet sich dem Studenten jederzeit die Option, Urlaubssemester zu nehmen. Das bedeutet auch für den Arbeitgeber, der seinen Mitarbeiter zu einem Fernstudium motiviert, eine hohe Flexibilität bei der Ressourcenallokation interner Projekte.

Gibt es Arbeitgeber, die das Studium neben dem Beruf finanziell fördern?
Ja, aus unserer Erfahrung ist das sogar die Regel. Arbeitgeber können je nach finanziellen Möglichkeiten und eigenen Vorstellungen einen Teil der Kosten für das Fernstudium tragen, diese sind zudem voll steuerlich absetzbar. Gängige Modelle sind Beteiligungen zu 30, 50 oder 100 Prozent. Die Semesterrechnung wird dann entsprechend geteilt. Arbeitgeber nehmen das sehr gut an. 

Unter welchen Bedingungen beteiligen sich Firmen an einer entsprechenden Weiterbildung?
Auf Wunsch kommunizieren wir direkt mit dem Arbeitgeber und schicken regelmäßig eine Leistungsübersicht. Aber das geht aus Datenschutzgründen wohlgemerkt nur in Absprache mit dem Studierenden, sprich Mitarbeiter. (Bild: Fotolia.com)



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