Skip to main content
  1. Tipps
  2. Personalmanagement
  3. Personalführung & Entwicklung
  4. Corporate Surviving: Blenden für Fortgeschrittene

Corporate Surviving: Blenden für Fortgeschrittene

Corporate Surviving: Blenden für Fortgeschrittene

Es gibt sie überall - die Corporate Suvivors. Die berühmt berüchtigten Blender, die auf den ersten Blick wie Hochleister wirken, de facto aber wenig zum Unternehmen beitragen und lediglich eines gut beherrschen: Die Regeln des "Corporate Survival". Doch wie erkennt man sie? Hier ein nicht ganz so ernst gemeinter Leitfaden mit Schmunzelgarantie!

 


Von Françoise Hauser

Je größer das Unternehmen, desto schwieriger ist es, die Arbeitsleistung einzelner Mitarbeiter einzuschätzen - vor allem dann, wenn sie die Regeln des "Corporate Survival" kennen: Kleine Tricks, die den persönlichen Einsatz um einiges größer erscheinen lassen, als er in der Realität ist. Wer sie enttarnen will, muss ihre zehn goldenen Regeln kennen:

1. Optisch präsent bleiben
Blender arbeiten nach der Maxime: Lass niemanden Deine Arbeitszeiten wissen. Sie gehen ohne sich zu verabschieden und lassen grundsätzlich den PC über Nacht angeschaltet, so dass immer ein buntes Bildschirmschoner-Feuer über den Schirm flackert. Auch die Kollegen wissen nie wirklich genau um den mysteriösen Kollegen, der "eben gerade noch da war" oder "bestimmt gleich zurück kommt". Ein kleines, aber essentiell wichtiges Detail: Profis lassen eine Jacke über dem Bürostuhl hängen, die unterbewusst signalisiert: Der Kollege kommt gleich zurück...

2. Immer als erster kommen
Nur dann gibt es keine Zeugen über die wirkliche Ankunftszeit. Außerdem ist es um sechs Uhr auch im Großraumbüro noch ruhig genug, um in aller Ruhe bei einem Croissant die Zeitung zu lesen. Fortgeschrittene Blender kommen nicht nur früh, sie lassen es auch jeden wissen. Unerlässlich ist daher ein Besuch in der Cafeteria gleich nach der Öffnung inklusive eines längeren Schwätzchens mit der Frau an der Kaffee-Theke. Dabei fallen gerne Sätze wie "bin ja auch schon länger hier" oder "morgens bin ich am produktivsten".

3. Früh gehen
Wer früh kommt, geht auch früh - logischerweise. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt, erzählt der Blender jedem, der es hören will oder auch nicht, dass er immerhin schon um Fünf Uhr dreißig da war. Ansonsten greift natürlich Regel eins: Muss ja nicht jeder wissen, dass man schon auf dem Heimweg ist...

4. Als erster hier schreien
Sind Blender nicht gerade damit beschäftig An- und Abreise zu organsieren, brillieren Sie durch Eifer und greifen immer als erste zu, wenn es darum geht, Arbeit zu verteilen. Dabei fällt dann gar nicht weiter auf, dass sie sich die Rosinen herauspicken. Alle anderen Arbeiten lehnen sie mit dem bedauernden Vermerk ab "tut mir leid, ich bin schon versorgt".

5. Immer aktuell bleiben
Blender lassen sich grundsätzlich an jeder neuen Software schulen, finden aber hinterher, dass das das System doch nicht überzeugt und sich gar nicht für den aktuellen geplanten Einsatz eignet. Mit diesem Trick lassen sich hin und wieder erholsame drei Tage auswärts herausschlagen, ohne dass sich daraus zwingend neue Verantwortungen ergeben.

6. Um drei Ecken weiter verweisen
Geringe Arbeitsauslastung lässt sich geschickt verstecken, indem man nicht die Ergebnisse seiner Arbeit öffentlich macht, sondern nur die Zuständigkeit. Der Blender veröffentlicht beispielsweise nicht aktuellen Statistiken im Intranet, sondern nur einen kurzen Text mit dem Vermerk "Für weitere Infos bitte Herrn/Frau Meyer kontaktieren". Das ist dann vielen doch zu umständlich und lässt im Krisenfall - da will jemand wirklich Ergebnisse sehen! - noch eine kleine Karenzzeit, in der sich etwas zusammenpfuschen lässt. Ist dies nicht möglich, kann der Blender immer noch diffus auf fehlende Daten oder andere Kollegen verweisen, die eine ähnliche Aufgabe haben.

7. Immer weiterleiten
Blender sind Meister der Disziplin Extreme-Forwarding: Alle Emails werden grundsätzlich mit einem kurzen Vermerk wie "Zu Ihrer Information" oder "hier das aktuelle Update" und einer roten Markierung an jeden weitergeleitet, der irgendwie eine vorgesetzte Position bekleidet. Profis nutzen dabei die automatische Terminierung und senden einen Teil auch in den späten Abendstunden - das wirkt fleißig.

8. Die richtigen Accessoires nutzen
Blender haben immer einen Aktenkoffer dabei, das sieht wichtig aus und erweckt den Eindruck, man würde sich am Ende des Arbeitstages auch zuhause Arbeit nachhause mitnehmen - auch wenn nur ein einsamer Apfel und eine Tageszeitung darin herumkullern. Zudem bestehen Blender grundsätzlich auf einem Geschäfts-Handy, um für die Firma immer und überall erreichbar zu sein.

9. Immer in Eile sein
Sätze wie "heute bin ich leider total ausgeplant" oder "gleich muss ich ins Meeting" gehen dem Blender flüssig über die Lippen. Er hat grundsätzlich keine Zeit und jammert unermüdlich über die hohe Arbeitsbelastung. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich die Unterlagen, die er regelmäßig umschichtet, um einen aktiven Eindruck zu erwecken.

10. Die Gerüchteküche befeuern
Sollte sich doch mal ein arbeitender Kollege mit einem konkreten Auftrag an den Schreibtisch des Blenders verirren, dann heißt es zur ultimativen Waffe greifen: Das Gerücht. Bemerkungen wie "ich weiß gar nicht, ob sich das noch lohnt, ich hab gehört, die Abteilung soll doch sowieso nach Indien verlegt werden" oder  "da will wohl die Marketing-Abteilung noch ein bisschen Arbeit abwälzen, bevor sie das Projekt übernimmt, oder?" lenken von der eigentlichen Arbeit ab. Wichtig ist dabei: Niemals die Quellen preisgeben, denn sonst ließe sich das Gerücht am Ende verfolgen.

Corporate Survivor profitieren übrigens besonders gut von Umstrukturierungen und anderen großen Veränderungen, also Zeiten, in denen temporär die Verantwortlichkeiten neu sortiert werden. Ihr ideales Biotop ist die Matrixorganisation, in der die fachliche und administrative Hierarchie getrennt sind. Auf diesem Instrument spielt der Blender virtuos! (Fotolia.com)

 

Back to top