1. Tipps
  2. Personalmanagement
  3. Personalführung & Entwicklung
  4. Train the Trainer: So wird man Coach

Train the Trainer: So wird man Coach

Train the Trainer: So wird man Coach
Coach werden

Coach werdenCoaching ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, ob im Sport, in der Politik oder im Job. Es hat sich als sinnvolle Unterstützungsmaßnahme insbesondere für Führungskräfte aber auch Mitarbeiter aller Ebenen gut etabliert. Entsprechend ist ein beachtlicher Markt entstanden, der Coaching als Dienstleistung anbietet.

 

 


Was versteht man unter Coaching?

Beim Coaching handelt es sich um einen Beratungsprozess, dessen Ziel es ist, die Handlungsfähigkeit des Kunden (auch Coachee genannt) wieder herzustellen bzw. zu steigern. Coaching ist also sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe, wobei der Coach als Prozess- und Methodenverantwortlicher den Coachee zielgerichtet begleitet und unterstützt.

Berufsbezeichnung Coach ist nicht geschützt

Die Berufsbezeichnung des Coaches ist nicht geschützt, das bedeutet, dass sich zunächst jeder Coach nennen kann. Und so bietet auch eine enorme Zahl an selbst ernannten Coaches ihre Dienstleistung an, mit recht unterschiedlichem Background und Qualitätsniveau.

Vor diesem Hintergrund haben sich zahlreiche Verbände und Institutionen gebildet, die Transparenz in den Markt bringen wollen und Anforderungs- und Qualitätsstandards formuliert haben. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet ist Christopher Rauen, der den Deutschen Bundesverband Coaching e.V. (DBVC) mit initiiert und auch eine Übersicht der Verbandslandschaft erstellt hat.

Eigne ich mich zum Coach?

Wer sich als Coach etablieren möchte, sollte über eine solide Grundlage verfügen, um mit Professionalität seinen Aufgaben gerecht werden zu können. Einstellungen wie "ich komme immer gut mit Menschen klar" oder "ich bin doch Führungskraft, da weiß ich, wie man Leute coacht" reichen alleine nicht aus, um ein professioneller Coach zu sein.

Im Wesentlichen sind es drei Bereiche, die im Hinblick auf die Eignung als Coach geprüft werden sollten:

  • Persönliche Voraussetzungen

    Dabei geht es um persönliche Integrität, seriöses Auftreten, Vertrauenswürdigkeit und persönliche Reife um als kompetenter Gesprächspartner auch Akzeptanz zu finden. Ferner sollte ein Coach seinem Coachee auf Augenhöhe begegnen und eine wertschätzende Grundhaltung besitzen.
  • Berufliche Voraussetzungen

    Wer im beruflichen Kontext als Coach arbeiten möchte, sollte über eigene Berufserfahrung verfügen. Abhängig von der jeweiligen Zielgruppe, sollte der Coach ein Verständnis der Berufswelt und der Rahmenbedingungen besitzen, in denen sich seine Coachees befinden. Eigene Führungserfahrung ist daher vorteilhaft, wenn Führungskräfte gecoacht werden sollen.
  • Methodische Voraussetzungen

    Die Beherrschung des Coachinginstrumentariums, sprich der sichere Einsatz eines gut gefüllten Werkzeugkoffers an so genannten Interventionen (Maßnahmen), stellt das Handwerkszeug eines Coaches dar. Hierzu zählt auch das Verständnis und sichere Beherrschen des Coachingprozesses sowie Professionalität im Umgang mit dem Coachee in bezug auf Auftragsklärung, Konditions- und Terminvereinbarung.


Den zukünftigen Aufgabenbereich als Coach eingrenzen

So umfangreich wie das Coachingangebot ist auch die Palette der Coachingausbildungen. Wichtig ist zunächst für sich selbst zu klären, in welchem Bereich man später arbeiten möchte. So macht es einen Unterschied, ob man individuelles Einzelcoaching für Führungskräfte anbieten möchte oder als Mitarbeiter des HR-Bereiches Veränderungsprozesse im Unternehmen begleiten wird.

Die passende Coach-Ausbildung finden

Der zeitliche und inhaltliche Umfang der Qualifizierung stellt ein weiteres Kriterium dar. Die Mehrzahl der Coachingausbildungen werden modular über ein- bis zwei Jahre angeboten, die genügend Raum für die Anwendung der theoretisch erworbenen Kenntnisse bieten. Zwischenzeitlich werben Industrie- und Handelskammern aber schon mit Qualifizierungen, in denen in einer Woche zum zertifizierten "Business-Coach" ausgebildet wird.

Kriterien für eine gute Coach-Ausbildung

Jutta Boenig, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung e.V. und seit vielen Jahren selbst in der Qualifizierung von Beratern und Coaches tätig, empfiehlt, nach einer ersten Marktsichtung, sich die Zeit zu nehmen und mit unterschiedlichen Anbietern ein intensives Gespräch zu führen. Wichtig sei dabei, so Boenig, den für die Ausbildung inhaltlich Verantwortlichen und nicht einen Verkäufer als Gesprächspartner zu gewinnen.

Leitfaden

Diese Fragen sollten Sie sich vor der Entscheidung für einen Ausbilder stellen:

  1. Welche Werte werden in der Ausbildung vertreten?
  2. Welche Erfahrungen liegen vor?
  3. Wo lassen sich die Ansätze beruflich umsetzen und welche Beispiele gibt es dafür?
  4. Geht der Anbieter auf die individuellen Fragen und Bedürfnisse ein?
  5. Sind die Vorschläge, die der Anbieter bzgl. der Ausbildung macht, der Situation des zukünftigen Seminarteilnehmers angemessen?
  6. Ist es ein Informationsgespräch oder ein Verkaufsgespräch?
  7. Wie ist das Bauchgefühl?
  8. Last but not least: Wie stehen die Kosten zum Nutzen?


Josef Albers, Diplom-Psychologe und seit mehreren Jahren als Berater tätig, hat z.B. eine Coachingausbildung beim Institut für systemische Beratung in Wiesloch absolviert, da ihn der methodische Ansatz ansprach und er auch nach Abschluss über ein umfangreiches Beraternetzwerk verfügt, das ihm einen Erfahrungsaustausch ermöglicht.

Angehende Coaches hören meist auf Empfehlungen

Befragt man Anbieter von Coachingausbildungen, wie z.B. Elke Sieger, die seit über zehn Jahren systemische Coaches ausbildet, wird ein weiterer wichtiger Auswahlaspekt deutlich: Empfehlungsmanagement. Der häufigste Weg, über den Interessenten sich für eine Ausbildung entscheiden, sind die Empfehlungen ehemaliger Teilnehmer. Zufriedene Kunden sind eben die beste Werbung.

Nach der Ausbildung: Professionalität und Erfahrung gewinnen

Das erfolgreiche Durchlaufen einer Coachingausbildung ist sicherlich eine wichtige und zielgerichtete Maßnahme auf dem Weg zum Coach. Doch erst umfangreiche Praxiserfahrung und der kontinuierliche Austausch innerhalb eines Kollegennetzwerks führen zu der Professionalität, die einen qualifizierten Coach ausmacht. Ob ein Coach auch wirtschaftlich damit am Markt bestehen kann, hängt neben seinem Können immer auch von seinen Vermarktungsfähigkeiten ab. Klappern gehört nun mal auch zum Handwerk.

(Doris Brenner, November 2011 / Bild: Yuri Arcurs)

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Internes CoachingVon internem Coaching profitieren
Einst galt das Coaching als Therapie für Manager, die auf der Top-Ebene vereinsamt sind. Inzwischen hat sich das verändert, firmeninterne Coachings sind im Kommen. >>Artikel lesen

Chef werdenTraining für den Chef
Chef wird man über Nacht, das Chef-Sein muss man jedoch trainieren. Bei der Übernahme einer neuen Führungsrolle ist die Gefahr zu scheitern groß. Um das zu verhindern, gibt es das speziell auf diese Situation zugeschnittene Coaching. >>Artikel lesen

Interkulturelle SchulungRatgeber interkulturelle Schulung
Interkulturelle Trainings helfen, die Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg zu meistern. Doch was können diese Schulungen leisten und worauf sollte man achten? >>Artikel lesen

Outdoortraining, IncentiveOutdoortraining: Mit den Kollegen in die Wüste
Führungskräfte durchqueren mit dem Jeep die Sahara. Manager balancieren in schwindelnden Höhen und steigen in tiefe Höhlen hinab. Dabei geht es um die Entwicklung der fachübergreifenden Kompetenzen. >>Artikel lesen