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Recruiting Trends 2019: Digitalisierung und Menschlichkeit gehen Hand in Hand

Recruiting Trends 2019: Digitalisierung und Menschlichkeit gehen Hand in Hand

Human Resources ist die Branche, in der es auf Menschen und Persönlichkeit ankommt. Das sagt schon der Name. Doch wie passt das mit der zunehmenden Digitalisierung zusammen? Und welcher Punkt ist wichtiger: Menschlichkeit oder Digitalisierung? Die Studie „Recruiting Trends 2019“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg und des Karriereportals Monster belegt: Digitalisierung und Menschlichkeit gehen Hand in Hand.

 

Recruiting Trends 2019: Ein Überblick

 

“Seit 17 Jahren erheben wir Daten zu den Recruiting Trends, was uns die einmalige Möglichkeit gibt, die Entwicklung über Jahre hinweg zu beobachten und echte Trends von kurzfristigen Moden zu unterscheiden“, so Tim Weitzel, Studienleiter und Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg.

Weitzel betont weiter: „Bereits seit mehreren Jahren stellen wir fest, dass die Digitalisierung mit Themen wie Mobile Recruiting, Apps, Job oder Talent Recommender aber auch professionelle Prozessgestaltung und Kennzahlen die Personalverantwortlichen zunehmend in ihrem Alltag beeinflusst. Um herauszufinden, was die zunehmende Digitalisierung für die HR-Branche konkret bedeutet, haben wir in diesem Jahr intensiv nachgefragt und glauben, dass wir mit den Ergebnissen erneut die Debatte bereichern können.“

 

Trendthema Mobile Recruiting

 

Ein Thema, das sich laut der Studie Recruiting Trends 2019 seit Jahren positiv entwickelt: Mobile Recruiting – die Personalbeschaffung per Smartphone. Diese steigt sowohl bei Kandidaten als auch bei Unternehmen im Ansehen, wobei Arbeitgeber dem Thema einen deutlich höheren Stellenwert zuordnen als die Kandidaten: Während 84,6 Prozent der Top-1.000 Unternehmen sagen, dass Mobile Recruiting zukünftig immer wichtiger sind – und sogar 100 Prozent der IT-Unternehmen, bestätigen dies nur 60,9 Prozent der Kandidaten.

Ein möglicher Grund dafür ist, dass mobile Bewerbungen bei den Kandidaten längst angekommen sind – schon heute gibt ein Viertel der Kandidaten an, sich häufig über das Smartphone zu bewerben. 50,8 Prozent finden, dass die mobile Bewerbung Zeit spart und dadurch effizienter ist.

 

 

Recruiting Trends 2019: Mobil verfügbare Karriereseiten sind ein Muss

 

Damit geht auch einher, dass Unternehmen ihren Bewerbungsprozess mobil optimieren müssen. Darauf legen sieben von zehn Kandidaten Wert. Für 7,8 Prozent der Kandidaten stellt das Fehlen einer für mobile Endgeräte optimierten Bewerbungsalternative einen Grund dar, sich bei dem Unternehmen nicht zu bewerben.

70,2 Prozent der Kandidaten schätzt außerdem Apps zur Stellensuche oder um sich über das Unternehmen zu informieren (67,0 Prozent). Auch erweiterte Funktionen wie die direkte Kontaktmöglichkeit zum Recruiter oder regelmäßige Statusberichte zum Bearbeitungsstand der Bewerbung werden von mehr als der Hälfte der Befragten begrüßt.

 

 

Zukunftsthema: Maschinenlesbarkeit von Stellenanzeigen

 

Als eines der wichtigsten digitalen Zukunftsthemen wird in der Studie Recruiting Trends 2019 das Thema Maschinenlesbarkeit von Stellenanzeigen gehandelt. 90,9 Prozent der Unternehmen sehen darin die wichtigste Eigenschaft einer Stellenanzeige, um in fünf Jahren in Suchmasken wie Google Job Search zu erscheinen oder um von Job-Recommendern gefunden und verarbeitet werden zu können. Sieben von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass Job-Recommender zukünftig immer häufiger zum Einsatz kommen. Auch fünf von zehn Kandidaten finden diese Entwicklung gut.

Wie bei anderen Themenbereichen gibt es allerdings auch hier eine deutliche Diskrepanz zwischen der Erwartung, was sich allgemein durchsetzen wird und den eigenen Plänen. So plant nur eines von zehn der Top-1.000-Unternehmen und der IT-Unternehmen zukünftig selbst ein entsprechendes Angebot aufzubauen. Ebenfalls eine große Zunahme sagen Unternehmen den digitalen Karriereberatern in Form von Chatbots voraus: Immerhin jedes Zehnte Top-1.000-Unternehmen gibt an, diese anbieten zu wollen. Im Gegensatz dazu steht jedoch die aktuelle Entwicklung, die sich seit 2016 leicht rückläufig entwickelt hat und von 3,3 Prozent auf 2,4 Prozent gesunken ist.

 

 

Digitalisierung: Bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke?

 

Eine weitere Erkenntnis aus den Recruiting Trends 2019: Dass bei aller Digitalisierung die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben darf, haben die Unternehmen verstanden und daher an ihrem Employer Branding gearbeitet. In den Recruiting Trends 2018 haben Mitarbeiter die Attraktivität ihrer Arbeitgeber noch mit der Schulnote 4+ bewertet, bei der aktuellen Studie ist diese Bewertung auf die Note 3 gestiegen. Das ist eine klare Verbesserung, die aber noch immer Luft nach oben hat.

Dabei gibt es einige Stellschrauben, an denen relativ einfach gedreht werden kann: So gaben sieben von zehn Neueingestellten an, dass sie keine Einarbeitung erfahren hätten und man sich nicht genügend Zeit genommen hätte. Die Faktoren, die laut Kandidaten maßgeblich zu einem positiven Onboarding-Prozess führen, sind Wertschätzung und eine gute.

 

 

Langeweile ist ein Karrierekiller zeigen die Recruiting Trends 2019

 

Um Mitarbeiter dann auch zu halten, ist es wichtig sie zu fördern und zu fordern: „Unterforderung ist mit 76,1 Prozent einer der häufigsten Gründe für Arbeitnehmer, sich nach einem neuen Job umzusehen – wohingegen nur 52,3 Prozent schon einmal wegen Überforderung wechseln wollten. Das zeigt: Langeweile ist ein Karrierekiller“, fasst Sylvia Edmands, Geschäftsführerin von Monster, eine wichtige Erkenntnis aus den Recruiting Trends 2019 zusammen. „Wer seine Mitarbeiter halten möchte, muss sie weiterentwickeln.“

Ein weiterer wichtiger Insight aus den Recruiting Trends 2019: Digitalisierung treibt die HR-Branche voran, stärkt die Effektivität und führt zu verbesserten Ergebnissen der Recruiter, doch ohne Menschlichkeit geht es nicht. Gerade in der digital geprägten Zeit wird deutlich, dass Werte beständig und weiterhin extrem wichtig sind. Nicht umsonst ist eine gegenseitige Wertschätzung sowohl für Unternehmen als auch Kandidaten auf Platz Eins, wenn es um das wichtigste Element einer guten Unternehmenskultur geht.

 

 

Digitalisierung versus Human first

 

Die gute Nachricht: Beide Bereiche lassen sich hervorragend verbinden, wie Sylvia Edmands am Beispiel Monster erklärt: „Die Tatsache, dass Kandidaten seit 17 Jahren am Häufigsten in Internetstellenbörsen nach einem neuen Job suchen, zeigt, dass wir die Entwicklung nicht verschlafen haben – denn gerade ein digitales Unternehmen wie Monster muss die Digitalisierung vorantreiben. Weiterentwicklungen, wie die Bereitstellung der Bewerbungs-App für Kandidaten oder dem kinderleichten Einbinden von Videos in Stellenanzeigen, sind Schritte in die richtige Richtung. Denn wer den Menschen in den Mittelpunkt stellen möchte kann diese zukünftig nicht mehr ohne die Hilfe digitaler Tools tun.“

 

 

https://arbeitgeber.monster.de/recruiting/studien.aspx