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Rekrutierungskanäle: Die Zukunft liegt im Netzwerken

Rekrutierungskanäle: Die Zukunft liegt im Netzwerken

Welche Kanäle nutzen Unternehmen, um Kandidaten auf offene Stellen aufmerksam zu machen. Wir haben in unserer Studie Recruiting Trends bei den Top-1000 Unternehmen in Deutschland nachgefragt und teilweise überraschende Ergebnisse erhalten.

 

 

 Von Sonja Dietz / Monster.de

90,4 Prozent ihrer offenen Stellen veröffentlichen Deutschlands Unternehmen auf der eigenen Unternehmens-Webseite. Auf Platz zwei folgen die Internet-Stellenbörsen. Hier werden rund sieben von zehn Vakanzen ausgeschrieben. Damit besitzen diese beiden Kanäle die mit Abstand größte Bedeutung für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen. Auf Rang drei folgt die Bundesagentur für Arbeit, an die etwa drei von zehn Vakanzen gemeldet werden. Und nun kommt die Überraschung: In Social Media veröffentlichen die 1.000 größten deutschen Unternehmen bereits 28,1 Prozent ihrer offenen Stellen. Bei etwa jeder vierten Vakanz werden die eigenen Mitarbeiter aufgefordert, Empfehlungen für aus ihrer Sicht geeignete Kandidaten abzugeben. In Printmedien wird nur noch etwa jede zehnte freie Stelle ausgeschrieben.

Die Längsschnittanalyse zeigt, dass sich die Anteile der über die beiden traditionellen Online-Kanäle wie Unternehmens-Webseite und Internet-Stellenbörse, sowie über die Bundesagentur für Arbeit ausgeschriebene Vakanzen seit dem Jahr 2012 auf einem konstanten Niveau bewegen. Dagegen konnten Social Media in der jüngeren Vergangenheit deutlich zulegen. Hier sprechen wir von einem stattlichen Anstieg um 11,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2012. 

Twitter und Co. sind die heimlichen Gewinner

Die Printmedien verloren dagegen innerhalb der letzten 24 Monate 6,5 Prozentpunkte und seit Auswertungsbeginn der jährlichen Studie im Jahr 2003 beachtliche 25,5 Prozentpunkte. Obwohl mehr offene Stellen auf der eigenen Unternehmens-Webseite als in Internet-Stellenbörsen veröffentlicht werden, befinden sich beide Kanäle bei den tatsächlich generierten Einstellungen aber auf Augenhöhe. Jeweils 37,3 Prozent aller Stellenbesetzungen resultieren aus einer Stellenanzeige auf der eigenen Unternehmens-Webseite sowie in Internet-Stellenbörsen.

Weiterhin erfolgen bei den Top-1.000-Unternehmen aus Deutschland 8,0 Prozent aller Stellenbesetzungen über Mitarbeiterempfehlungen und 5,1 Prozent über Social Media. Auf den weiteren Plätzen schließen sich Printmedien mit 4,0 Prozent und die Bundesagentur für Arbeit mit 2,7 Prozent an. Vergleicht man diese Zahlen mit den Ergebnissen aus dem Jahr 2012, zeigt sich, dass die Unternehmens-Webseite mit einem Anstieg um 8,0 Prozentpunkte und Social Media mit einem Anstieg um 2,0 Prozentpunkte an Bedeutung gewinnen, wohingegen Printmedien zunehmend aus dem Fokus verschwinden. Social Media Recruiting entpuppt sich also als der heimliche Gewinner. Noch ist der Anteil am Rekrutierungserfolg verhältnismäßig klein, aber er steigt. Stetig. 

Social Recruiting will durchdacht sein

Social Recruiting, also die Suche und Direktansprache potenzieller Kandidaten über Social Networks oder Social Media führt die Personalabteilung auf ein neues Terrain. Doch bringt die Kombination mit Online-Jobbörsen, Jobanzeigen in Social Networks, sowie eigenen Unternehmens-Seiten auf diversen Social Networks, einen nicht zu vernachlässigenden viralen Effekt. Dabei sollten Unternehmen aber folgendes unbedingt beachten:
• Auswahl der richtigen Plattformen
• Auswahl der richtigen Gruppen und Communities
• Richtige Ansprache und Wording der Zielgruppe'

Des Weiteren unterstützen moderne Personalbeschaffungs-Dienstleiter mit speziell zugeschnittenen Produkten. Die Twitter Card ist so eines. Mit ihr lassen sich graphisch gestaltete Stellenanzeigen über das Netz versenden. 

Rekrutieren über Netzwerke der Mitarbeiter

Als einen weiteren Recruiting-Kanal haben Firmen die Netzwerkrekrutierung für sich entdeckt. Sie nutzen die persönlichen Netzwerke ihrer Mitarbeiter für die Rekrutierung neuer Talente. In diesem Kontext stellen insbesondere Mitarbeiterempfehlungen eine kostengünstige Alternative zu anderen Personalmarketingkanälen dar. Mitarbeiterempfehlungen stellen eine wichtige interne Herausforderung für die Personalbeschaffung dar. Derzeit resultieren 8,0 Prozent aller Einstellungen der Top-1.000-Unternehmen aus Mitarbeiterempfehlungen.

Insgesamt halten mehr als sechs von zehn Studienteilnehmern ihre Mitarbeiter gelegentlich dazu an, im Unternehmen bestehende freie Stellen an ihr privates Umfeld oder ihren Bekanntenkreis weiterzuempfehlen. Eine entsprechende Weiterempfehlung von Vakanzen an die Online-Netzwerke der eigenen Mitarbeiter in sozialen Netzwerkplattformen wie etwa Facebook wird zwar nur von 23,7 Prozent der antwortenden Unternehmen forciert, im Vergleich zum Vorjahr steigt dieser Wert jedoch um 9,4 Prozentpunkte. Mit 35,1 Prozent werden in über einem Drittel der teilnehmenden Firmen Mitarbeiterempfehlungen, die tatsächlich zu einer Einstellung führen, in Form von Geld- oder Sachwerten entlohnt. Dieser Anteil steigt binnen Jahresfrist um 6,8 Prozentpunkte.

Und dann war da noch... Active Sourcing

Eng damit verbunden ist das Recruiting über „Active Sourcing“, also die Direktansprache interessanter Kandidaten durch Unternehmen – auf Messen, im Internet, notfalls in der U-Bahn. Aktuell sprechen die 1.000 größten Unternehmen aus Deutschland bei 13,1 Prozent ihrer Vakanzen Kandidaten aktiv an. Rund neun von zehn Befragten denken, dass sich persönliche Netzwerke gut oder sehr gut für die Direktansprache interessanter Kandidaten eignen. Die Plätze zwei und drei in der Liste der effektivsten Active-Sourcing-Kanäle nehmen ein eigener Talent-Pool mit 81,1 Prozent sowie Karriere-Events für Studenten und/oder Absolventen ein (72,4 Prozent).

Die Ergebnisse aus der aktuellen Kandidatenstudie „Bewerbungspraxis 2015“ zeigen in diesem Zusammenhang übrigens, dass Stellensuchende und Karriereinteressierte im Rahmen der passiven Stellensuche am häufigsten Lebenslaufdatenbanken von Internet-Stellenbörsen, öffentliche Profile in Karrierenetzwerken sowie Lebenslaufdatenbanken von Unternehmen nutzen. (Bild: Fotolia)