Unter den sozialen Internet-Netzwerken ist Facebook der globale Platzhirsch: Eine halbe Milliarde Menschen haben sich dort angemeldet, allein in Deutschland sind es rund zehn Millionen. Unternehmen haben die Plattform als Personalmarketing und Rekrutierungskanal entdeckt.
Der Charakter der Plattform ist privat. Menschen loggen sich ein, um mit ihrer Familie, Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Entsprechend locker ist der Ton. Und möglichst locker sollte man sich auch als Unternehmen präsentieren, ansonsten fällt man aus der Rolle.
Legere Ansprache, Fotos Videos
Dazu gehören neben einer legeren Ansprache auch möglichst kreative Fotos aus dem Arbeitsleben oder lustige Videos. Dabei gilt allerdings: Authentisch bleiben. Gestellte Szenen fliegen auf - und das verzeiht die Community nicht.
Die Mitglieder sind via Freundschaftsanfragen miteinander verdrahtet. Zudem treten sie Gruppen und Fanseiten von Firmen, Marken, Filmen oder Reisezielen bei.
Der Newsfeed - das Herzstück
Nach der Anmeldung landet man auf einem - noch leeren - Newsfeed. Er ist das Herzstück von Facebook, die Startseite und die Pinnwand sind jeweils die linke und rechte Herzkammer. Auf der Startseite laufen chronologisch die Aktivitäten von Freunden auf.
Die Pinnwand unterscheidet sich im Layout nicht von der Startseite. Sie zeigt an, was ein Seiteninhaber selbst gepostet und kommentiert hat, wo er Mitglied oder Fan geworden ist, und was verändert wurde. Links und rechts daneben sind in verschieden Kästen Informationen untergebracht: Die derzeitige Anzahl von Fans, Weblinks, Videos, Ankündigungen oder Veranstaltungshinweise. (Für eine größere Darstellung auf das Bild klicken.)
Alles läuft in Echtzeit
Alles, was der Administrator tut, wird in Echtzeit auf den Startseiten der Anhänger sichtbar: Wenn man etwas postet, verlinkt, kommentiert oder einer Gruppe beitritt. Die zentrale Funktion dafür heißt Statusmeldung. Theoretisch bietet sie unbegrenzt Platz.
In der Praxis hat sich durchgesetzt, Meldungen zwischen zwei und fünf Zeilen Länge zu veröffentlichen. Ergänzend lassen sich Audio-, Video- und Fotodateien anhängen oder Webseiten verlinken. Umgekehrt können auch andere Mitglieder auf die Firmenpinnwand schreiben und kommentieren.
Dem User stehen mehrere Rubriken zur Verfügung
Standardmäßig ist jede Facebook-Seite zusätzlich mit den Rubriken Infos, Fotos, Diskussionen und Rezensionen ausgestattet. Diese Reiter lassen sich über
nahezu unbegrenzt erweitern. (Für eine größere Darstellung auf das Bild klicken.)
- Fotos: Hier kann man ein Album erstellen und Administratoren oder HR-Team vorstellen. Kurze Beschreibungen von Album und Einzelmotiven sind möglich. Wer die Konzernzentrale renoviert hat und den Empfangsbereich präsentieren möchte, das Azubitreffen bebildern oder die Sponsoring-Aktion - hier ist dafür Platz.
- Diskussionen: Sie wollen etwas über die Zielgruppe erfahren? Laden Sie hier ein, die Meinung zu sagen. Eröffnen Sie den Austausch mit eigenen Beiträgen oder einer Umfrage.
- Karriere: Ein solcher Reiter lässt sich individuell erstellen. Manche Unternehmen platzieren hier ihre Employer-Branding-Anzeigen nach eigenem Corporate-Design.
- Jobs: Ein programmiertes Must-have für jede Karriere-Seite. Offene Positionen werden kurz vorgestellt, dann folgt ein Link auf den HR-Bereich der Firmenhomepage. Selektionskriterien wie Karrierelevel oder Bundesland sind integrierbar.
Spontane und intuitive Kommunikation
Wie kein anderes Social-Media-Netzwerk ist Facebook vital und lebt von spontaner, intuitiver Kommunikation. Statt nur Botschaften abzusetzen, sollten Unternehmen deshalb die Einladung zum Dialog annehmen. Das ist über eine Kommentarfunktion möglich. Nachrichten und Links recherchieren und veröffentlichen ist das eine - auch jederzeit Input oder Kritik aufnehmen und Fragen zu beantworten das andere.
Da über die Kommentieren-Funktion ein Multiplikator-Effekt eintritt, ist es wünschenswert, so viel Interaktion wie möglich zu schaffen. Eine Facebook-Seite ist keine abgegrenzte Werbeinsel. Der Administrator hat zwar die Verwaltungshoheit, muss aber immer auf alles gefasst sein. (Für eine größere Darstellung auf das Bild klicken.)
Werbeanzeigen, Banner, Newsletter
Facebook hat seine Bedeutung als Marketing-Kanal erkannt. Deshalb bietet es eine Vielzahl von Funktionen an, die Unternehmen nützlich sind. Man kann etwa Werbeanzeigen für seine Firma oder Seite erstellen, die dann bei einer definierten Zielgruppe in der Leiste rechts erscheint.
Jeder Betreiber einer Fan-Page erhält zudem einen wöchentlichen Newsletter mit Aktualisierungen: Wie viele Mitglieder haben sich der Gruppe angeschlossen? Wie wird die Qualität der Beiträge beurteilt?
Fingerspitzengefühl ist gefragt
Die Zahl der Pinnwandeinträge und Kommentare, der Medienkonsum - darüber wird der Administrator informiert. Ist die Gruppe groß genug, kommen weitere, auch demographische Daten dazu: Geschlecht, Alter, Heimatland.
Bei allen Möglichkeiten, die Facebook bietet, stellt sich die Frage: Wann ist es genug? Mitglieder gehen online, weil sie im privaten Rahmen kommunizieren wollen. Viele von ihnen haben sich 100 Fanseiten oder mehr angeschlossen. Wenn jede dieser Seiten stündlich eine Meldung absetzt, gehen dazwischen die privaten News verloren.
Damit die Fans sich nicht wieder ausklinken oder mit den "Verbergen"-Knopf die Ignorier-Funktion aktivieren, ist Fingerspitzengefühl notwendig. Das Kunststück besteht darin, den richtigen Mittelweg zu finden.
(Tatjana Krieger, August 2010 / Bild: Monster-Screenshot)